Veranstaltungen
Mittwoch, 22. April 2026
»Bis bald, meine Freunde! Die Künstlerin Jeanne Mammen«
Podiumsgespräch mit Martina Weinland, Cathrin Bunkelmann und Jochen Müller
Urania Berlin e.V.
An der Urania 17
10787 Berlin
www.urania.de/event/jeanne-mammen-bis-bald-meine-freunde/
Am 22. April 2026 jährt sich der Todestag von Jeanne Mammen (1890–1976) zum 50. Mal. Die bedeutende Berliner Malerin und Grafikerin schuf über 2.500 Zeichnungen, Aquarelle und Gouachen, die das pulsierende Leben der 1920er Jahre einfingen. Kurt Tucholsky würdigte 1929 ihre Arbeit: „Ihren zarten duftigen Aquarellen ist man eine kleine Liebeserklärung schuldig.“
Aus Paris 1914 vertrieben, wurde Jeanne Mammen im Berlin der 1920er Jahre mit ihrem kritischen Blick auf die dekadente Großstadtgesellschaft zur gefragten Illustratorin für Magazine wie Ulk und Simplicissimus. Zeitlebens verweigerte sie sich jeglicher Vereinnahmung. Die NS-Zeit überlebte sie zurückgezogen und verarmt in ihrem legendären Atelier am Kurfürstendamm, wo sie bis zu ihrem Tod im Verborgenen malte, zeichnete und modellierte. Ihre Werke zeigten eine bewusste Auseinandersetzung mit Diktatur und Isolation, indem sie Masken und Marionetten als Motive nutzte, um ihre innere Distanz zu zeigen. Noch heute ist das Künstleratelier nahezu original erhalten und kann besucht werden.
Martina Weinland, langjährige Beauftragte der Jeanne Mammen-Stiftung im Stadtmuseum Berlin, hat basierend auf jahrelangen Archivrecherchen und Mammens bislang unerschlossenem Briefwechsel das Leben einer Künstlerin nachgezeichnet, die auch in schweren Zeiten kompromisslos ihren Weg ging. Im Gespräch mit Jeanne Mammens Großnichte Cathrin Bunkelmann und Jochen Müller stellt sie die Biografie „Bis bald, meine Freunde!“ vor und führt in den Kosmos der Jeanne Mammen ein. In ihrem Leben spielten die Naturwissenschaften eine große Rolle, zu ihren Briefpartnern zählten wichtige Vertreter aus Physik und Biochemie, darunter der Nobelpreisträger Max Delbrück. Selten ergänzten sich Kunst und Wissenschaft so kongenial wie im Leben der Berliner Künstlerin Jeanne Mammen und inspirierten sie zu Werken, die sich in künstlerischer Adaption mit Naturphänomen beschäftigen. Immer wieder erstaunen ihre phantastischen Kompositionen und ihre Chiffrebilder laden ein zur individuellen Interpretation. An Aktualität haben ihre Werke bis heute nichts eingebüßt.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Jeanne-Mammen-Stiftung im Stadtmuseum Berlin.
Eintritt: 8 €, ermäßigt: 5 €, Mitglieder: 3 €
Martina Weinland
Martina Weinland ist promovierte Kunsthistorikerin. Von 1992 bis 2024 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Stadtmuseum Berlin und dort ab 2018 Beauftragte für kulturelles Erbe und für die unselbstständigen Kunststiftungen, vor allem für die Jeanne Mammen-Stiftung. Sie ist Dozentin im Gasthörerprogramm der Freien Universität Berlin mit dem Schwerpunkt Frauen in der Kunstgeschichte und gehört seit 2025 zum Vorstand des Vereins für die Geschichte Berlins.

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