Die Journalistin Jutta Voigt begleitete den Alltag im letzten Jahrzehnt der DDR und im ersten Jahrzehnt der neuen Bundesrepublik mit Reportagen und Feuilletons. Im Mittelpunkt ihrer Beobachtungen steht das »ganz normale Leben« - der Besuch beim Friseur, das Hinterhofgespräch aus dem Fenster, eine Scheidung oder die Liebesbedürftigkeit von Dienstreisenden. Ohne zu werten oder zu moralisieren, erzählt die Autorin kleine Begebenheiten, die in der Summe einen Eindruck vom Leben und Lebensgefühl im Osten vermitteln, mit allen guten und schlechten Seiten.
Zehn Jahre vor und zehn Jahre nach der Wende - ein spannender, zeitloser Blick auf ein Land im Umbruch.
»Jutta Voigt erweist sich als ausgezeichnete Beobachterin, sachkundige und pointierte Erzählerin erster Güte.« Sächsische Zeitung
Eine kleine Anekdote zum Buch:
Anfang der Achtziger Jahre kam ein junger, blonder Monteur in die Wohnung von Jutta Voigt, um einen Gamat-Heizkörper zu installieren. Nach einer halben Stunde fragte er die Autorin, die damals bei der DDR-Kulturwochenzeitung "Sonntag" arbeitete: "Sind Sie die Jutta Voigt, die im "Sonntag" schreibt?" "Die bin ich", sagte sie verblüfft. "Immer, wenn ich drei Wochen lang nichts von Ihnen lese, denke ich: Jetzt hamse sie, jetzt hamse sie", sagte der Monteur.
Er begriff die Wirklichkeitsbeschreibungen von Jutta Voigt als subversiv, weil in ihnen "das normale Leben" eine Rolle spielte und so gut wie nie das Wort Sozialismus vorkam. Das hielt der Monteur für gefährlich.