Bereits die Wahrnehmung des Ersten Weltkriegs war in hohem Maße durch moderne Medien vermittelt. Dazu gehörten unter anderem Feldpostkarten, die die Soldaten zu Hunderttausenden an ihre Lieben daheim schickten. Sie zeigten stolze Heerführer, Zerstörungen, Schmähung des Gegners, aber auch kitschige Überhöhung des Todes oder frühe Formen des Pin-Ups. Eines zeigten sie jedoch nicht: das wahre Gesicht des Krieges! Ulf Heinrich hat für den vorliegenden Band die ungewöhnlichsten Exemplare aus seinem Postkartenarchiv ausgewählt. Der Historiker Thomas Flemming beschreibt die Dekade europäischer Geschichte, in der diese Bilder und die handschriftlichen Grüße und Mitteilungen der Soldaten entstanden sind. Indem die Scheinwelt der Propaganda immer wieder mit den Fakten konfrontiert wird, ergeben sich ungewöhnliche Einblicke in die Zeit zwischen 1914 und 1918.