Bezeichnet der Begriff Deutschland nicht auch ein geistiges Gefilade, ein Sprachland, das eine größere Dimension hat als die Summe der beiden Staaten die 1990 zueinander fanden?
In Essays, Feuilletons, Portraits und Reden macht Matthias Buth einige Fäden jenes weiten Mantels Deutschland sichbar, deren Enden gehalten werden vonGräbern polnischer Zwangsarbeiter, von historischen Passagen in DDR des Jahres 1988 und vor allem vondeutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa. DIe Aufsätze zu Rumänien, zu Nikolaus Lenau, Andreas Gryphius, Reiner Kunze oder Hilde DOmin, zu deutschen Erinnerungsorten in Danzig, Posen und Breslau, in Böhmen, Schlesien oder in Siebenbürgen sowie zur Bildenden Kunst und zur Musik weisen Matthias Buth als einen Autor aus, der sich mit sprachlicher Präzision auch emotional Meschen und Landschaften Ostmitteleuropas öffnet und der immer wieder Annäherungen an den Begriff deutsch sucht. Die Gegenwärtigkeit von nur scheinbar vergangener Kultur wird dabei sichtbar.